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In unserem ersten Blogartikel haben wir die Frage beantwortet, wie der aktuelle Status Quo der Esports-Szene aussieht und sind dabei auf, beispielsweise, relevante Spieletitel sowie die anhaltende Professionalisierung eingegangen. Es liegt uns am Herzen, Wissen bei unseren Leserinnen und Lesern zu schaffen und den, doch eher komplexen Esports-Kosmos, greifbar zu machen. Im aktuellen Artikel thematisieren wir eine der Urfragen, die uns in besonders vielen Beratungsmandaten begegnet: Gaming oder Esports? Was steckt hinter den Begriffen? Wie unterscheiden sie sich? Wo genau sind die Schnittmengen? Für Brands und Rechtehalter ist die Trennlinie zwischen diesen beiden Welten oftmals nur schwer ersichtlich. Oder muss sie vielleicht gar nicht sein? Zeit ein wenig Klarheit zu schaffen!

Die vergangenen Monate dieses besonderen Jahres 2020 waren außergewöhnlich. Die globale Corona-Krise hat einige Wirtschaftszweige und Branchen vor sehr harte Herausforderungen gestellt. Die beiden Bereiche Gaming und Esports waren, durch ihre digitale Struktur, vergleichbar eher weniger betroffen, in einigen Phasen und einigen Ausprägungen gar unter den Gewinnern. Dies haben auch viele Unternehmen und Rechtehalter nach kurzer Zeit bemerkt, die Motivation, „etwas mit Gaming zu machen“ war deutlich präsenter gegeben.

 

Gaming oder doch Esports? Ziehen wir gemeinsam die Trennlinie
Um das volle Potenzial des jeweiligen Ökosystems, egal ob Gaming oder Esports, für Marken auszuschöpfen, sollte Klarheit über die Begriffe bestehen. Wie diese beiden Welten zueinander stehen, lässt sich durch einen aktuellen Beitrag von bitkom erahnen, der folgende Passage enthält: „Jeder vierte Gamer wäre gern erfolgreicher E-Sportler“. Behalten wir diesen Satz im Hinterkopf und gehen auf die Begriffe ein:

Gaming und Gamer:
Personen, die gerne, z.B. als Hobby Videospiele spielen. Egal ob an der PlayStation, dem Smartphone oder am PC. Gamer trifft man also z.B. bei der spaßigen Runde FIFA mit den Jungs, beim gemeinsamen Weltenbau in Minecraft oder der kurzen Runde Clash of Clans in der Bahn. Gaming ist breit aufgestellt und nicht auf einzelne, bestimmte Spieletitel oder Devices begrenzt.

 

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Wie positioniert sich nun Esports in diesem, doch eher großen, Kontext? Hier die Definition des „ESPORTS-BUND DEUTSCHLAND e.V.“ (ESBD):

„eSport ist der unmittelbare Wettkampf zwischen menschlichen Spieler/innen unter Nutzung von geeigneten Video- und Computerspielen an verschiedenen Geräten und auf digitalen Plattformen unter festgelegten Regeln. Der Vergleich der sportlichen Leistung im eSport bestimmt sich aus dem Zusammenwirken einer zielgerichteten Bedienung der Eingabegeräte in direkter Reaktion auf den dargestellten Spielablauf bei gleichzeitiger taktischer Beherrschung des übergreifenden Spielgeschehens. […]“

Das Unterscheidungsmerkmal des Esports wird relativ schnell in der Definition angesprochen. Es ist der professionelle Wettkampf zwischen Spielerinnen und Spielern, der festen Regeln unterliegt. Die professionellen Spielerinnen und Spieler – Esportler genannt – führen ein Leben, das dem der klassischen Spitzensportler oftmals ähnelt. In regelmäßigen, anspruchsvollen Trainingseinheiten wird der eigene Spielstyle verfeinert, eigene Replays (VoD‘s von Partien) und die der Gegner werden analysiert, es wird durchgehend an neuen Strategien und Taktiken gearbeitet. Der Beruf des Esportlers ist im Jahr 2020 deutlich mehr als das Drücken von Tasten. Esportler sind inzwischen Idole, die von tausenden Fans bejubelt und gefeiert werden. Das gesellschaftliche Bewusstsein verändert sich, Esports wird präsenter in den Köpfen der Gesamtbevölkerung – als Begriff aber auch im Verständnis. Diese Entwicklung spiegelt sich in aktuellen Zahlen deutlich wider:

– Marktforschungszahlen (Marktanalyse E-Sports und Gaming, 2018) zeigen, dass Jahr zu Jahr die Zahl der Befragten steigt, die „ein klares Bild von E-Sports haben und genau wissen, was E-Sports ist“.

– Die Zuschauerzahlen im Esports steigen zudem konstant an. Global gibt es immer mehr Esports-Fans, die mit Leidenschaft ihr Lieblingsteam und ihren Lieblingsspieler anfeuern. Für das Jahr 2019 zeigen Marktforschungszahlen, dass es rund 245 Millionen „gelegentliche Zuschauer“ und 198 Millionen „Esports-Enthusiasten“ gab. Die Prognose für 2023 ist deutlich höher: Hier soll die Zahl der „gelegentlichen Zuschauer“ bei 351 Millionen und die der Enthusiasten bei 295 Millionen liegen.

– Professionell organisierte und durchgeführte Turniere ziehen zudem immer mehr Zuschauer an. Den aktuellen Rekord für die meisten, gleichzeitigen Zuschauer (Peak Concurrent Viewers) hält die Weltmeisterschaft des MOBA-Titels League of Legends (kurz: LoL). Im Jahr 2019 schauten im Peak 44 Millionen Esports-Fans zu. Die Zahl der Unique Viewers liegt mit rund 99.6 Millionen Zuschauern nochmal deutlich darüber.

 

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Der Content-Dschungel

Durch die steigende Zahl der Fans und Zuschauern sowie der inzwischen höheren gesellschaftlichen Akzeptanz von Gaming und Esports gibt es eine immer größere Nachfrage nach unterhaltsamem und informativem Content. Man ist Gamer und Fan zugleich und will einen direkten Draht zu den Profis haben, mit ihnen interagieren und von ihnen lernen. Dieser Anspruch, der oftmals digitalaffinen Zielgruppe, ist einer der Gründe, warum sich die Welt des Gamings und die Welt des Esports – bis auf Offline-Turniere – größtenteils online abspielt. Jeder Gamer und Esportler mit einem gewissen Bekanntheitsgrad ist in den sozialen Medien zu Hause, spricht die Sprach des jeweiligen Titels, ist zu jeder Zeit top informiert und bringt regelmäßig Content raus. Dieser Content ist oftmals so einzigartig und unterhaltsam wie der Streamer selbst. Welche Content-Formate es, z.B. in welchen Spielen gibt, werden wir in einem zukünftigen Artikel thematisieren und für Sie aufbrechen. Um bis dahin das notwendige, gemeinsame Verständnis zu erarbeiten, werfen wir einen Blick auf eine der wichtigsten Plattform im Gaming- und Esports-Kosmos, die maßgeblich eine der größten Anlaufstellen für Content und Entertainment ist.

 

Wo spielt die Content-Musik? Twitch it is!

Die zentrale Plattform, an der im Gaming und im Esports kein Weg vorbeiführt, ist Twitch (www.twitch.tv). Bei Twitch handelt es sich um eine äußerst beliebte Streaming-Plattform mit Millionen von Nutzern und Zuschauern, die den Content von tausenden Gamern und Esportlern konsumieren. Content-Creator, die auf Twitch unterwegs sind, in der Community ganz selbstverständlich als Streamer bekannt. Es ist also z.B. möglich, gleichzeitig Gamer, Streamer und z.B. YouTuber zu sein. Diese Begriffe sind nicht gegeneinander exklusiv. Für ein besseres Verständnis brechen wir das Twitch-Konstrukt kurz und prägnant auf:

 

– Basics:
Um Streamer auf Twitch zu werden, benötigt man lediglich eine stabile Internetverbindung sowie einen einigermaßen leistungsfähigen Rechner bzw. eine Konsole. Durch die entsprechende Software wird der eigene Bildschirm, auf dem z.B. League of Legends gespielt wird, ins Internet bzw. auf Twitch übertragen. Nicht nur Privatpersonen können Streamer sein, auch Brands oder Rechtehalter können mit eigenen Kanälen vertreten sein. Jeder Nutzer auf Twitch – egal ob die Person einen Twitch-Account hat oder nicht – kann nun den Stream schauen.

 

– Interaktion:
Jeder Twitch-Stream hat einen eigenen Chat. Hier können die Zuschauer – sofern sie einen kostenlosen Twitch-Account haben – live mit anderen Fans und sogar dem Streamer selbst interagieren. Findet man einen Twitch-Streamer besonders sympathisch, besteht die Möglichkeit, diesen zu unterstützen. Durch ein „Follow“ folgt man dem Kanal und sieht, wann dieser online ist. Zudem werden VoDs von verpassten Live-Streams angezeigt. Man kann auch einen Schritt weitergehen und gegen eine monatliche Gebühr „Abonnent“ (auf Englisch: Subscriber) eines Kanals werden. Als Subscriber erscheint ein besonderes Abzeichen neben dem eigenen Namen im Chat, man kann spezifische Emojis des Streamers verwenden und ist z.B. von Werbung auf dem Kanal befreit. So entstehen ganz eigene Communities um einzelne Streamer herum, die sich z.B. in ihrer Sprache deutlich unterscheiden.

 

– Kategorien:
Twitch ist vielen Internetnutzern als reine Gaming-Plattform bekannt. Jedoch tut das der Seite Unrecht. Die Zeiten, in denen man auf Twitch „nur“ Videospiele verfolgen konnte, sind lange vorbei. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Streams zu Kunst, Musik und Kochen. Man kann also live zusehen, wie ein Grafikdesigner eine Animation erstellt, ein Koch ein bestimmtes Gericht zaubert oder ein DJ einen Beat baut. Trotzdem ist es nur fair zu betonen, dass diese Kategorien eine Nische im Vergleich zu Esports-Klassikern wie League of Legends, Counter Strike: Global Offensive oder Fortnite darstellen.

 

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Die STARK-Perspektive

Der Kernsatz: „Jeder Esportler ist Gamer, aber nicht jeder Gamer Esportler.“ Grundsätzlich sind starke Schnittmengen zwischen beiden Ökosystemen natürlicherweise gegeben. Gaming und Esports sind heute mehr denn je eine absolut sinnvolle Ergänzung zum klassischen Marketingmix – das ist spätestens während der Corona-Krise klargeworden. Das haben inzwischen immer mehr Brands und Rechtehalter gemerkt. Doch, in welchem Bereich will man sich als Marke positionieren? Welche Kanäle kann man für die Kommunikation eigener Botschaften verwenden? Gibt es bestimmte Spieltitel, die man stärker auf dem Schirm haben will? Wir helfen Ihnen als Brand oder als Rechtehalter dabei, den eigentlich noch viel komplexeren Gaming- und Esports-Kosmos zu verstehen und beraten Sie bei Ihrer erfolgreichen Positionierung. Während diesem gesamten Prozess haben wir Ihre KPIs und Botschaften im Blick und können Entscheidungen durch Monitoring und belastbare Date stützen.

Haben Sie Fragen, Anmerkungen oder möchten mit uns anderweitig in Kontakt treten? Dann verwenden Sie gerne unser Kontaktformular.

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